Hersteller von Webstühlen und Webrahmen – die große Übersicht

Hersteller von Webstühlen und Webrahmen – die große Übersicht

In diesem Artikel stellen wir die 8 wichtigen Hersteller von Webstühlen und Webrahmen im Überblick vor. Gerade für Einsteiger in das Weben ist es hilfreich zu wissen, welche Firmen es gibt, wo sie sitzen und was ihre Besonderheiten sind. Wir betrachten traditionelle Hersteller (keine elektronischen oder industriellen Webmaschinen, sondern Geräte für Handweber) und beantworten im Format von Steckbriefen die wichtigsten Fragen. 

Wir kooperieren mit nahezu allen führenden Herstellern und bieten die wohl umfassendste und spezialisierteste Auswahl an Webstühlen, Webrahmen und Zubehör in Deutschland. Wenn du auf der Suche nach Equipment bist, freuen wir uns, wenn du einen Blick auf unsere Seite – Berliner Webstühle – wirfst.


Bei weiterführenden Fragen stehen wir dir gerne per E-Mail unter kundenservice@webstuhl.shop oder telefonisch unter +49 30 23257079 zur Verfügung.

 

1. GAV Glimåkra (Schweden) 🇸🇪

Sitz: Oxberg, Mora in Schweden – Die Fertigung erfolgt im Herzen von Schweden, im Ort Oxberg/Mora.

Website: www.gavglimakra.se (schwedisch/englisch)

Besonderheiten: Glimåkra steht für traditionelle schwedische Webstühle. Das Sortiment reicht vom Bandwebstuhl und Gatterkamm-Webrahmen bis zu großen Kontermarsch-Bodenwebstühlen. Glimåkra-Webstühle sind modular aufgebaut und sehr robust – ideal für anspruchsvolle Muster und Teppiche. Viele Weber schätzen die klassische Holzbauweise (keine Nägel!) und das umfangreiche Zubehör. So ist Glimakra einer der weniger Hersteller, der heute noch Webkämme nach Maß fertigt. 

EU-Hersteller: Ja, in der EU (Schweden).

Produkte: Eine Übersicht der bei uns erhältlichen Glimakra-Produkte findest du hier: Glimakra-Produktübersicht.

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Glimakra Standard Webstuhl 

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Glimakra Susanna Webrahmen

Preisklasse: Gehoben. Aufgrund ihrer Größe und Qualität sind Glimåkra-Bodenwebstühle eine größere Investition. Einfache Modelle (z.B. Tisch- oder Bandwebstühle) sind erschwinglicher, während die großen Kontermarsch-Webstühle teurer sind und sich an ambitionierte Weber richten. Die Produktion läuft größtenteils von Hand und ist weniger autmatisiert, als beispielsweise bei Ashford. 

Anleitungen auf Deutsch? Leider nein – Glimåkra bietet Anleitungen nur auf Schwedisch und Englisch, aber nicht auf Deutsch. Insgesamt ist die Qualität der Anleitungen (Stand 2025) leider nicht besonders überzeugend. Aus diesem Grund erstellen wir eigene Aufbauanleitungen in Schrift- und Videoform – zum Beispiel diese Anleitung für den Emilia-Webrahmen: [Anleitung Emilia] oder die untenstehende Videoanleitung für den Julia-Webstuhl: 

Geschichte: Die heutige Firma GAV Glimåkra AB vereint zwei Traditionslinien: Die Webstuhlmarke Glimåkra, gegründet 1950 von Lennart Persson und Yngve Nilsson in Skåne, sowie das Unternehmen GAV, das bereits 1926 von Gunnar Andersson zur Herstellung von Webereizubehör gegründet wurde. Glimåkra wurde 1975 vom Bonnier-Konzern übernommen und entwickelte sich zu einem weltweit bekannten Anbieter. Seit 1999 gehören die Webstuhlproduktion und Markenrechte zu GAV, das die Fertigung nach Oxberg in Dalarna verlagerte. Heute steht GAV Glimåkra für fast 100 Jahre Handwerksgeschichte im Dienst der Weberei.

 

 

2. Kromski & Söhne (Polen) 🇵🇱

Sitz: Wolsztyn, Polen – Hier betreibt die Familie Kromski ihre Werkstatt bereits in dritter Generation.

Website: www.kromski.com (englisch/polnisch/deutsch)

Besonderheiten: Kromski ist ein traditionelles Familienunternehmen, bekannt für schöne Holz-Spinnräder und seit einigen Jahren auch für Webrahmen. Die Kromski Harfe Forte (auf Englisch: Harp Forte) Webrahmen (früher „Fiddle“) sind klappbare Gatterkamm-Webrahmen mit klassischem Design. Kromski bietet neben den Webrahmen auch Zubehör und Spinnbedarf – alles mit viel Liebe zum Holz und oft in edlen Holzoberflächen (z.B. Walnuss) erhältlich. Während Kromski wunderbare Webrahmen fertigt, sind Webstühle mit Schäften aktuell noch nicht Teil des Sortiments. 

EU-Hersteller: Ja, in der EU (Polen).

Produkte: Eine Übersicht der bei uns erhältlichen Kromski-Produkte findest du hier: Kromski-Produktübersicht.

Kromski Harfe Forte Webrahmen

Kromski harfe BlattstecherKromski Blattstecher

Preisklasse: Eher günstig bis mittel. Kromski-Produkte sind im Vergleich zu manchen etablierteren Marken preislich attraktiv. Der Kromski Presto ist im Preis-Leistungs-Verhältnis wohl der attraktivste Einsteiger-Webrahmen, den es aktuell auf dem Markt gibt. Man bekommt also viel Wert für sein Geld – robuste Bauweise zum moderaten Preis.

Anleitungen auf Deutsch? Leider nein – Kromski bietet Anleitungen auf Englisch und Polnisch. Die Anleitungen sind aber von sehr hoher Qualität und großzügig bebildert. Nach unserer Erfahrung kann man damit die Rahmen problemlos aufbauen, selbst wenn man kein Englisch spricht.

Geschichte: Gegründet 1918 von Leon Kromski als Holz-Drechlerei. Nach Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg baute dessen Sohn das Unternehmen in den 1960ern wieder auf. Seitdem führt die Familie (heute Wojciech Kromski) die Tradition fort. Zunächst wurden vor allem Spinnräder hergestellt; vor einigen Jahrzehnten kamen Webgeräte hinzu. Die Marke „Kromski & Sons“ steht somit für über 100 Jahre Handwerksgeschichte im Textilbereich.

 

3. Ashford (Neuseeland) 🇳🇿

Sitz: Ashburton, Neuseeland – Ein familiengeführtes Unternehmen mit Firmensitz auf der Südinsel.

Website: www.ashford.co.nz (auf englisch)

Besonderheiten: Ashford ist seit Jahrzehnten Weltmarktführer für handbetriebene Spinnräder und Webrahmen. Die Produkte werden aus nachhaltig angebautem Hartholz (Buche) gefertigt und oft als Bausatz geliefert, den man leicht selbst montieren kann. Dies senkt Kosten und macht die Geräte anfängerfreundlich. Während Ashford auch Webstühle (wie z.B. den Jack Loom) fertigt, wird der neuseeländische Hersteller von vielen Handweber*innen vor allem im Bereich Webrahmen als Nummer 1 wahrgenommen. Das Angebot an verschiedenen Modellen ist groß, und es gibt reichlich Zubehör.

EU-Hersteller: Nein, außerhalb der EU (Neuseeland). Es gibt jedoch weltweit Händlernetzwerke, die Ashford-Produkte in Europa vertreiben.

Produkte: Eine Übersicht der bei uns erhältlichen Ashford-Produkte findest du hier: Ashford-Produktübersicht.

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Ashford 8-Schaft Tischwebstuhl

Ashford Rigid Heddle Webrahmen



Preisklasse: Moderat. Ashford legt Wert auf erschwingliche Qualität – die Fertigung ist effizient, und die Produkte sollen für viele Menschen leistbar sein. Beispielsweise sind Ashfords Tisch- und Rahmenwebstühle preislich im Mittelfeld und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Anleitungen auf Deutsch? Leider nein – Ashford bietet Anleitungen auf Englisch an. Die Anleitungen sind aber von sehr hoher Qualität und großzügig bebildert. Nach unserer Erfahrung kann man damit das Webgerät problemlos aufbauen, selbst wenn man kein Englisch spricht.

Geschichte: Gegründet 1934 von Walter Ashford. In der über 90-jährigen Geschichte hat Ashford mehr als 900.000 Spinnräder und Webstühle produziert. Die Firma ist bis heute in Familienhand (aktuell leiten Mitglieder der Ashford-Familie das Unternehmen) und steht für kontinuierliche Weiterentwicklung in der Handwebtechnik.


4. Louët (Niederlande) 🇳🇱

Sitz: Lochem, Niederlande – Der Produktionsstandort liegt in Lochem (Provinz Gelderland) auf dem Industriegelände „Kwinkweerd“.

Website: www.louet.nl (niederländisch/englisch/deutsch)

Besonderheiten: Louët steht für modernes niederländisches Design im Web- und Spinnbereich. Die Webstühle von Louët haben oft innovative Konstruktionsmerkmale: z.B. der „David“ (ein kompakter 8-Schaft-Kontermarschstuhl mit nach vorn geneigter Schaftbewegung), der „Spring“ (mit Federzug-System für gleichmäßigen Zug) oder der „Jane“ Tischwebstuhl (leicht, klappbar, 8 Schäfte). Louët-Produkte sind bekannt für ihre hochwertige Verarbeitung, dabei aber ein eher schlichtes, funktionales Äußeres. Neben Webstühlen produziert Louët auch weltweit beliebte Spinnräder (wie das Louët S10, ein Klassiker seit 1974). Louet hat in 2025 den Garnhersteller Venne übernommen, sowie den Hersteller von Webgeräten und Spinnrädern Schacht Spindle Company (weiter unten auf unserer Liste). 

EU-Hersteller: Ja, in der EU (Niederlande).

Produkte: Eine Übersicht der bei uns erhältlichen Louet-Produkte findest du hier: Louet-Produktübersicht.

Louet Spring II Webstuhl mit bank

 Louët Spring II Webstuhl

Louet 16-Schaft Tischwebstuhl Jane

Louët Tischwebstuhl Jane

Preisklasse: Mittel bis gehoben. Louët-Webstühle sind qualitativ ganz klar im oberen Segment angesiedelt; die Preise reflektieren dies. Einsteigermodelle wie kleine Tischwebstühle sind noch erschwinglich, während elektronische Dobby-Webstühle (wie Louëts „Megado“) sehr kostspielig sind. Insgesamt schätzen wir Louët aber als preislich fair ein, für die gebotene Ingenieurskunst und Langlebigkeit.

Geschichte: Gegründet 1974 von Jan Louët Feisser (Industriedesigner) gemeinsam mit Clemens Claessen. Die Firma startete in einem umgebauten Hühnerstall, wo Jan Louët sein erstes Spinnrad (das S10) entwickelte. Durch den Handarbeits-Boom der 1970er in den Niederlanden wuchs Louët schnell – 1976 bezog man einen Bauernhof und 1979 bereits eine größere Fabrikhalle in Lochem. Louët blieb ein Familienbetrieb: Jan Louët Feisser war lange Geschäftsführer; heute führt sein Sohn die Geschäfte weiter. 2024 feierte Louët 50 Jahre Firmenbestehen und ist stolz auf seine multi-generationelle Firmenkultur.

 

5. Toika (Finnland) 🇫🇮 

Sitz: Akaa-Toijala, Finnland – Toika hat seinen Firmensitz und Laden in Toijala (Stadt Akaa), ca. 140 km nördlich von Helsinki.

Website: www.toika.com (englisch/finnisch/deutsch/russisch)

Besonderheiten: Toika ist bekannt für große finnische Webstühle, insbesondere auch höchst komplexe Modelle. Toika baut traditionelle Kontermarsch-Webstühle (bis 16 Schäfte oder mehr), bietet aber auch moderne computerunterstützte Handwebstühle an (z.B. elektronisch gesteuerte Dobby-Webstühle für Profiweber). Die Geräte sind extrem stabil (viel aus finnischer Birke gefertigt) und für Generationen gemacht. Neben Webstühlen fertigt Toika auch Spinngeräte, sowie Zubehör für andere Handarbeiten (z.B. Tufting-Rahmen, Klöppelausstattung). Der Slogan von Toika lautet: „Unser zweites Jahrhundert an Fortschritt und Innovation“ – was das Traditionsbewusstsein und zugleich die Weiterentwicklung widerspiegelt.

EU-Hersteller: Ja, in der EU (Finnland).

Produkte: Eine Übersicht der bei uns erhältlichen Toika-Produkte findest du hier: Toika-Produktübersicht.


Toika 2-Schaft Bodenwebstuhl Anni


Metall Breithalter von Toika

Preisklasse: Gehoben bis sehr hoch. Toika-Webstühle sind Profi-Werkzeuge und preislich entsprechend angesiedelt. Einfache Standardmodelle starten im vierstelligen Euro-Bereich; für computergesteuerte oder sehr breite Webstühle können die Kosten noch deutlich steigen. Dafür erhält man aber Spitzenqualität aus jahrzehntelanger Erfahrung – Toika-Looms gelten als Anschaffung fürs Leben.

Geschichte: Toika ist ein fünf Generationen umfassendes Familienunternehmen. Gegründet 1898 von Gustaf Pihlgren in Kauhava (Finnland), zog der Betrieb 1920 nach Toijala um. Anfangs stellte man Webzubehör her (z.B. mechanisch gewebte Geländerbänder als erstes Produkt). Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Toika auch mit dem Bau von Webstühlen, um den Bedarf der finnischen Textilhandwerker zu decken. In den 1980ern entwickelte Toika als einer der ersten Hersteller computergesteuerte Handwebstühle. Bis heute ist die Firma im Besitz derselben Gründerfamilie und hat sich  einen Ruf für Qualität und Innovation erarbeitet.

 

6. Leclerc Looms (Kanada) 🇨🇦

Sitz: Québec, Kanada – Die Firma Leclerc hat ihren Sitz in der Provinz Québec (historisch in St.‑Isidore und L’Islet angesiedelt).

Website: www.leclerclooms.com (englisch/französisch)

Besonderheiten: Leclerc ist eine Traditionsmarke mit einem sehr umfangreichen Sortiment. Das Angebot umfasst einfache Gatterkamm-Webrahmen, Tischwebstühle (z.B. Modell „Dorothy“) bis hin zu großen Mehrschaftwebstühlen (z.B. „Nilus“ und „Mira“ Kontermarsch-Webstühle). Viele nordamerikanische Weber haben auf einem Leclerc-Webstuhl gelernt – die Geräte gelten als solide, zuverlässig und lang bewährt. Leclerc bietet zudem reichlich Zubehör, Ersatzteile und Anleitungen, was besonders bei älteren Gebraucht-Webstühlen geschätzt wird.

EU-Hersteller: Nein, außerhalb der EU (Kanada).

Produkte: Eine Übersicht der bei uns erhältlichen Leclerc-Produkte findest du hier: Leclerc-Produkte.

Preisklasse: Mittel. Leclerc deckt verschiedene Preisstufen ab: Kleinere Tischwebstühle sind für unter tausend Euro zu bekommen, wohingegen große Schaftwebstühle mehrere tausend Euro kosten können. Allgemein bietet Leclerc aber im nordamerikanischen Markt konkurrenzfähige Preise und viel Tradition für das Geld.

Geschichte: Die Anfänge reichen zurück bis 1874 – damit zählt Leclerc zu den ältesten Webstuhlherstellern. Gegründet wurde die Firma von Alfred Leclerc; später führte sein Sohn Nilus Léonidas Leclerc (1875–1961) das Werk weiter und gab der Marke ihren bekannten Namen Nilus Leclerc. Um 1906 entstand eine erste Fabrik in L’Islet (Québec). Leclerc entwickelte im Laufe des 20. Jahrhunderts zahlreiche Loom-Modelle und beeinflusste die Handweberei in Nordamerika maßgeblich. Nach über 100 Jahren ist Leclerc immer noch aktiv und wird heute von Leclerc Looms Inc. weitergeführt – ein Beleg für die Langlebigkeit dieser Traditionsmarke.

 

7. Lojan (Niederlande) 🇳🇱

Sitz: Etten-Leur, Niederlande – Lojan ist ein junges Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden.

Website: www.lojan.nl (niederländisch/englisch)

Besonderheiten: Lojan ist ein neues Startup auf dem Web- und Spinnmarkt, das 2023 gegründet wurde. Interessant: Hinter Lojan stehen Jan Louët (der Gründer von Louët) und seine Tochter Loes van Aken – der Name Lo-Jan setzt sich aus ihren Vornamen zusammen. Lojan produziert Spinnräder und Tischwebstühle, die durch intelligentes Design erschwinglich und dennoch langlebig sind. Die Philosophie: hohe Qualität, aber Kosten sparen durch Mitarbeit der Kunden – die Produkte werden unmontiert und unbehandelt geliefert, sodass der Kunde sie selbst zusammenbauen und nach Wunsch ölen/lackieren kann. Dadurch reduziert Lojan Fertigungs- und Transportkosten und kann günstige Preise bieten, ohne an Qualität zu sparen.

EU-Hersteller: Ja, in der EU (Niederlande).

Produkte: Lojan ist ein ganz neuer Hersteller. Eine Übersicht der bei uns erhältlichen Leclerc-Produkte findest du hier: Lojan Produkte in der Übersicht

Preisklasse: Günstig bis mittel. Lojans Konzept ist, Premium-Funktionalität zum erschwinglichen Preis anzubieten. Tatsächlich sind Lojan-Webstühle und -Spinnräder preiswerter als vergleichbare Konkurrenzprodukte – ein neuer Tischwebstuhl von Lojan kostet z.B. nur einige hundert Euro. Damit positioniert sich Lojan besonders für Einsteiger und preisbewusste Handweber attraktiv. Ob das auf Dauer tragfähig ist, wird die Zeit zeigen müssen. 

Geschichte: 2023 gegründet. Obwohl die Marke jung ist, kann sie auf das enorme Know-how des Mitbegründers Jan Louët zurückgreifen, der bereits 1973 sein erstes Spinnrad entwarf. In gewisser Weise markiert Lojan einen neuen Abschnitt für die Louët-Familie in der Handarbeitswelt. Schon nach kurzer Zeit hat Lojan Anerkennung gefunden, da viele Weber gespannt sind, was das Vater-Tochter-Gespann an neuen Ideen auf den Markt bringt.

 

8. Schacht Spindle Company (USA) 🇺🇸 

Sitz: Boulder, Colorado, USA – Die Firma betreibt dort eine eigene Fertigung mit rund 50 Mitarbeitern.

Website: www.schachtspindle.com (englisch)

Besonderheiten: Schacht gehört zu den bekanntesten amerikanischen Herstellern von Web- und Spinngeräten. Die Produktpalette ist sehr breit: vom kleinen „Cricket“ Webrahmen (15 ″, ein beliebter Einsteiger-Webrahmen) über kompakte Tischwebstühle bis zu großen „Baby Wolf“ Klapp-Webstühlen und „Mighty Wolf“ Bodenwebstühlen. Schacht legt extremen Wert auf Verarbeitungsqualität – jedes Teil wird sorgfältig gefertigt und geprüft („Qualität ist in jedem Schritt oberstes Gebot“). Innovation und ständige Verbesserung gehören zur Firmenphilosophie. In 2025 wurde Schacht von dem niederländischen Hersteller Louet gekauft. 

EU-Hersteller: Nein, außerhalb der EU (USA).

Produkte: Aktuell lagern wir keine Schacht-Webgeräte. Auf Wunsch können wir jedoch Schacht-Webstühle für unsere Kund:innen importieren, verzollen und innerhalb der EU zustellen. Bitte kontaktiere uns dazu per E-Mail: kundenservice@webstuhl.shop

Preisklasse: Mittel bis hoch. Schacht-Webstühle sind qualitativ hochwertig und entsprechend kostspielig, vor allem die größeren Modelle. Allerdings hat Schacht auch preisgünstigere Einsteigermodelle eingeführt (z.B. den Cricket-Webrahmen), um Hobbywebern den Einstieg zu erleichtern. Insgesamt gilt Schacht als Premium-Marke mit langer Haltbarkeit – eine Anschaffung fürs Leben.

Geschichte: Gegründet 1969 von den Brüdern Barry und Dan Schacht während der Hippie-Ära in Colorado. Ihr erster Auftrag war die Herstellung von Handspindeln und kleinen Webrahmen für Lernzwecke. In den folgenden 50 Jahren wuchs Schacht von einer Garagenfirma zu einem führenden Hersteller mit hunderten von Produkten. Berühmte Schacht-Webstühle wie der „Baby Wolf“ (ein klappbarer 4- bis 8-Schaft-Bodenwebstuhl, eingeführt 1984) sind heute weltweit verbreitet. Trotz Wachstum bleibt Schacht seiner Linie treu, nur über Fachhändler zu verkaufen und die lokale Fertigung in den USA zu erhalten.

 


Fazit

Die Wahl des richtigen Webrahmens oder Webstuhls hängt von vielen Faktoren ab. Die Auswahl des geeigneten Herstellers ist dabei einer dieser Faktoren.

Wer sich fragt, welcher der richtige Webstuhl beziehungsweise Hersteller für ihn ist, kann sich an folgenden Kriterien orientieren:

  • EU-Hersteller: Bei europäischen Marken ist die Ersatzteilversorgung meist einfacher, Versandkosten und Zoll entfallen – ideal für alle, die unkomplizierten Service wünschen.

  • Verfügbarkeit in Deutschland: Ist der Hersteller über einen Fachhändler oder Online-Shop in Deutschland vertreten? Das erleichtert Rückfragen, Reparaturen und Zubehörkauf.

  • Sprache & Anleitung: Gibt es deutsche Anleitungen, Maßangaben in Zentimetern und Kundenservice auf Deutsch? Das kann gerade beim Aufbau und bei den ersten Projekten entscheidend sein.

  • Zubehör & Ersatzteile: Bietet der Hersteller ein gutes Sortiment an Schiffchen, Kämmen, Litzen, Rollenvorrichtungen usw.? Auch langfristig ist das wichtig, um flexibel zu bleiben.

  • Ruf & Tradition: Hersteller mit langer Geschichte haben oft bewährte Modelle im Programm, die sich in der Praxis tausendfach bewährt haben.

  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Ein günstiger Einstieg ist schön – aber auf Dauer lohnt sich oft die Investition in Qualität, Stabilität und Komfort.

Am Ende gilt: Es gibt nicht den „einen besten“ Webstuhl – sondern den passenden für dich. Lass dich nicht von der Vielfalt überfordern, sondern orientiere dich an deinen Zielen, deinem Budget und deinem Platzangebot. Und wenn du unsicher bist, hilft oft der Kontakt zu einem Fachhändler in deiner Umgebung. 

Auf unserer Seite Berliner Webstühle findet man eine Vielzahl von hochwertigen Webrahmen und Webstühlen. Ein Blick lohnt sich!

 

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